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Cornela
Alter: 67

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Vor 25 Jahren wurde Schaf Dolly geboren, der erste Klon aus den Zellen eines erwachsenen Säugetieres. Bis heute ist diese Technik höchst anfällig. Klonschaf Dolly im Januar Foto: Jeff J. BERLIN taz Der Dolly-Schock kam mit Verspätung.

Eigentlich war das geklonte Schaf schon am 5. Julialso vor genau 25 Jahren auf die Welt gekommen. Doch das schottische Forscherteam des Roslin-Instituts bei Edinburgh ging erst sechs Monate nach der Geburt an die Öffentlichkeit; sie machte die Sensation im Februar bekannt. In dieser aufgeladenen Stimmung war das erste geklonte Säugetier ein Fanal und entsprechend rasant stürmte das Schaf auf die Titelseiten.

Dolly war ein Durchbruch, die Botschaft unmissverständlich: Der Mensch bemächtigt sich endgültig auf perfide Art und Weise der Reproduktion seiner Nutztiere, um sie ganz nach seinen Wünschen zuzurichten. Die Forscher hatten die Spenderzelle aus dem Euter des Mutterschafs gewonnen und wollten mit der Namensgebung entsprechende Verbindungslinien ziehen. Die Erlöserphantasien, die sich um das Klonschaf rankten, waren zunächst grenzenlos. Die Gentechnik mit ihren oft miserablen, weil unkalkulierbaren Ergebnissen sollte jetzt durch die Klonierung ersetzt werden. Eine südkoreanische Firma hat diesen Kopier-Service tatsächlich angeboten, sie hatte aber wenig Erfolg.

Die Klontechnik selbst erschien plötzlich kinderleicht. Man entnimmt aus der Zelle eines Spendertiers den Zellkern und überträgt ihn in eine zuvor entkernte Eizelle.

Christine zierl

Diese pflanzt man einem Leihmutter-Tier ein, das den Klon austrägt und zur Welt bringt. Fertig ist ein Tier mit drei Müttern. Dass diese Technik höchst anfällig ist und dass die schottischen Forscher Schafsembryonen verbraucht hatten, um Dolly zur Welt zu bringen, wurde erst später bekannt. Erst viele Jahre nach Dollys Geburt veröffentlichte die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit einen Report, der die Krankheitshäufigkeit und Anfälligkeit von Klontieren eindrucksvoll offenlegte.

Mehr als 95 Prozent der geklonten Tiere erwiesen sich als nicht überlebensfähig. Fehlbildungen innerer Organe und ein gestörtes Immunsystem traten immer wieder auf. Auch Dolly selbst wurde ein Opfer der Klontechniklitt früh an Gelenkschmerzen und starb, nachdem es etliche Lämmer zur Welt gebracht hatte, im Februar schon nach einem halben Schafsleben im Alter von sechs Jahren an einem Lungentumor.

Dennoch ist die Dolly-Methode auch bei vielen anderen Säugetieren immer wieder angewandt worden, bis heute sind es mehr als 20 Tierarten: von Ziege, Schwein, Rind und Kaninchen über Hund und Katz bis zu Maus und Ratte. Die befürchtete massenhafte Vervielfältigung von bestimmten Nutztieren hat bis heute indes nicht stattgefunden. Schnell hatte das Europäische Parlament gegen den Einsatz klonierter Tiere in der Lebensmittelproduktion votiert und auch die Einfuhr geklonter Nutztiere für entsprechende Zwecke wurde untersagt.

Heute werden Klontechniken vor allem in der medizinischen Forschung angewandt. Genetisch identische Versuchstiere kommen etwa in der Arzneimittelentwicklung zum Einsatz. Neuere Forschungsarbeiten wollen nun herausgefunden haben, dass sich die Überlebensfähigkeit geklonter Tiere verbessert habe bis hin zu einer normalen Lebenserwartung. Letztlich stand die Urangst vor geklonten Menschen hinter der Aufregung um Dolly.

Diese Ängste wurden auch auf anderen Feldern immer wieder befeuert. Die Schlagworte: Therapeutisches Klonen, das Gewinnen embryonaler und pluripotenter Stammzellen, die Um-Programmierung von Körperzellen — die Büchse der Pandora war stets gut gefüllt!

Chinesische Forscher der Akademie der Wissenschaften in Shanghai hatten Makaken-Äffchen geklont.

Busenwunder dolly dollar gesteht: "ich bin nicht gebotoxt"

Damit war die Klontechnik wieder ein Stück näher an den Menschen herangerückt, auch wenn es keine Menschenaffen waren. Die Aufregung um die Klontechnik ist gewichen.

Im medialen Gewitter haben andere Perversionen um unsere Nutztiere — vom Kükenschreddern bis zum betäubungslosen Ferkel-Kastrieren — mehr Aufmerksamkeit gewonnen. Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis taz. Jens Fischer. Chinesische Forscher verkünden, ihnen sei es gelungen, Affen zu klonen. Befürchtet wird, dass demnächst auch Menschen geklont werden.

Felix Lee. Das erste Klonschaf Dolly starb früh. Andere geklonte Tiere haben ein stolzes Alter erreicht. Das zeigen britische Forscher in einer Studie. Jost Maurin. Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette. Dann mailen Sie uns bitte an kommune taz.

Dolly busenwunder fotos

Es ist richtig, dass der Staat konsequent gegen Fälscher vorgeht. Aber seine Macht muss auch in Pandemiezeiten Grenzen haben. Einmal zahlen. Fehler auf taz. Inhaltliches Feedback? Öko Wissenschaft 5. Manfred Kriener Autor.

Manfred Kriener. Patriarchat abschaffen!

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